Wer hat an der Uhr gedreht? Zeitumstellung einfach erklärt

 

Diesen Sonntag ist es wieder soweit: Die Uhr wird umgestellt. Doch warum überhaupt? Diese und viele weiteren Antworten geben uns Kindaling, der Online – Freizeit- Guide für Kinder.  Außerdem verraten Sie euch die schönsten Eselsbrücken und den ein oder anderen Funfact, von dem ihr bestimmt noch nicht gehört habt. Tick Tack, Tick Tack. Los geht’s.

 

Zeitumstellung – wieso überhaupt?

Der Brite William Willet gilt als Erfinder der Sommerzeit, auch „Daylight Saving Time“ genannt. Er schlug vor, die Uhren im Frühjahr um eine Stunde vorzustellen, um auch am Abend noch länger Tageslicht zu haben. Die erste Zeitumstellung in Deutschland fand im Jahre 1916, während des ersten Weltkriegs, statt. Ziel war auch hier, Energie und Geld einzusparen. Nach Kriegsende wurde die Sommerzeit sogar wieder abgeschafft. Um dann während des zweiten Weltkriegs wieder eingeführt und 1950 wieder außer Kraft gesetzt zu werden. Seit 1980 werden die Uhren wieder zweimal im Jahr umgestellt. Das Ziel der Sommerzeit sollte vor allem eines bewirken: Energie sparen. In einer Studie kam das deutsche Büro für Technikfolgen-Abschätzung aber zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Energieersparnis durch die Sommerzeit bei mageren 0,21% liegt. Im Sommer wird abends weniger Licht verbraucht, allerdings wird im Frühjahr und Herbst morgens mehr geheizt, was den Effekt der Energieeinsparung wieder aufhebt.

 

Vor oder zurück? Die besten Eselsbrücken.

Jedes Jahr auf’s Neue sind wir unsicher, wird die Uhr nun vor oder doch zurück gestellt? Mit diesen Merksätzen gehört das ab jetzt der Vergangenheit an.

  • „Immer zum Sommer hin“: Im Herbst entfernen wir uns (eine Stunde) von ihm und im Frühling kommen wir ihm (wieder eine Stunde) näher.
  • „Die Balkon-Regel“: Ihm Frühjahr stellen wir die Möbel vor die Türe und im Herbst holen wir sie wieder zurück.
  • „Der Thermometer-Trick“: Die Zeitumstellung orientiert sich an den Außentemperaturen; Im Frühjahr wandern wir zu „Plus“ im Winter zu „Minus“.
  • „Früher aufstehen im Frühling“: Früher raus im Frühjahr, später aus den Federn zur Winterzeit.

 

Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper?

Wer schon einmal in eine andere Zeitzone gereist ist, weiß, Jetlag kann einen ganz schön mitnehmen. Die innere Uhr wird durcheinander gewirbelt und genau so fühlt man sich auch. Außerhalb von Raum und Zeit. Doch was macht so ein „Mini-Jetlag“ eigentlich mit uns? Und mit unseren Kindern?

Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchte an 55.000 Menschen zusammen mit Chronobiologe Till Roenneberg die gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung auf den menschlichen Körper. „Auch wir waren überrascht, wie stark die Effekte sind. Diese wurden bisher unterschätzt.“, so Till Roenneberg. Unser Körper passt unsere sogenannte „Innere Uhr“ automatisch an den Tag-Nacht-Rhythmus an und orientiert sich hierbei an den Reizen der Umwelt.

Daher benötigt unser Körper im Winter mehr Schlaf als im Sommer. Dieser feine Prozess wird durch das künstliche Eingreifen empfindlich gestört, sprich: Unser Körper bleibt vorerst in der ursprünglichen Zeit, während sich alle Ereignisse des Tages verschieben. Roennebergs ernüchterndes Fazit: “Es ist durchaus denkbar, dass die Zeitumstellung langfristig weit größere Auswirkungen hat als bisher geglaubt.

Die DAK veröffentlichte 2014 eine Langzeitstudie, aus der hervorging, dass das Herzinfarktrisiko, vor allem in den ersten 3 Tagen nach der Zeitumstellung im Frühling, rapide ansteigt. So wurden in diesem Zeitraum 25% mehr Patienten mit Herz-Kreislauf-Beschwerden eingeliefert als im Jahresdurchschnitt.

Außerdem sind unter anderem der Blutdruck, die Temperatur des Körpers, die Pulsfrequenz und auch die Verdauung an den Tagesrhythmus gekoppelt und werden durch die Zeitumstellung beeinflusst. Auch Schlafstörungen können auftreten. Besonders Kinder und Senioren reagieren hier sensibel.

 

Wie erleichtere ich meinem Kind die Zeitumstellung?

Gerade die Kleinsten haben mit der Zeitumstellung oft die größten Probleme. Es gibt einige Tricks, um den Kindern den Übergang zu erleichtern. Es ist ratsam, den Alltag bereits eine Woche vor der Zeitumstellung in kleinen Schritten anzupassen. Je nach Zeitumstellung sollte das Kind jeden Tag 10 Minuten früher oder später schlafen gehen. So gewöhnt es sich langsam an den neuen Rythmus und die Umstellung ist innerhalb einer Woche gemeistert. Außerdem ist es wichtig, auf eine dunkle Schlafumgebung zu achten und tagsüber vermehrt Aktivitäten bei Sonnenlicht zu unternehmen. Viel Bewegung an der frischen Luft macht zusätzlich müde.

Kind und Eltern hilft es außerdem, den üblichen Tagesrhythmus Schritt für Schritt zu verändern. Die Mahlzeiten jeden Tag einige Minuten früher bzw. später auf den Tisch zu bringen, wirkt wahre Wunder.

Und, auch wenn es schwer fällt: Besser die Kinder am ersten Tag der Zeitumstellung im Frühjahr nicht länger schlafen lassen, damit sie abends müde sind und nach der alten Zeit etwas früher schlafen gehen. Im Herbst dürfen die Kleinen abends gerne etwas länger wach bleiben, damit sie morgens Schritt für Schritt länger schlafen können.

 

5 (kuriose) Fakten zur Zeitumstellung
1. Zeitumstellung vs. Freitag, der 13.

Der Auto Club Europa (ACE) bestätigt bis zu 30% mehr Unfälle in der Woche nach der Zeitumstellung. Das ist auf den gestörten Biorythmus, aber auch auf das Aufkommen von Wildtieren zum Berufsverkehr, zurückzuführen. Die Tiere folgen natürlich ihrer inneren Uhr und nicht unseren Regeln. Das macht diese Woche statistisch gesehen – für Mensch und Tier – gefährlicher als Freitag, der 13.

2. Die Sommerzeit rettete 1999 sogar Menschenleben

Wie die Website darwinawards.com berichtet, verhinderte die Zeitumstellung in Israel im Jahre 1999 einen Terroranschlag. Ein Terroristentrio hatten die Zünder ihrer Autobomben anhand der in den palästinensischen Gebieten gültigen Sommerzeit gestellt und ihre Uhren bei der Einreise nach Israel um eine Stunde zurückgedreht. Dort galt aber die Normalzeit. So detonierten die Bomben eine Stunde früher als erwartet. Die Terroristen kamen dabei ums Leben, weitere Todesopfer blieben aus.

3. Die Zeitumstellung geht den Kühen auf den Wecker

Kühe sind hochsensibel und reagieren daher merkbar auf unsere Zeitumstellung. Sie sind feste Melkzeiten gewöhnt. Werden diese nicht eingehalten, dauert es oft bis zu 7 Tagen, ehe sie wieder die volle Menge Milch produzieren und sich an die „neue“ Zeit angepasst haben.

Und, soviel Zeit muss sein…

… die Umstellung auf Winterzeit gilt als weniger strapaziös, als der Wechsel zur Sommerzeit. Außerdem ist die Abschaffung der Zeitumstellung beschlossene Sache. Ursprünglich sollte es schon 2019 so weit sein, aufgrund EU-weiten Abstimmungsprozessen, wird dies noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Bis dahin gilt: Gesunde Menschen haben sich meist innerhalb von drei Tagen an die Zeitumstellung gewöhnt.

 

 

Kindaling ist der Online-Freizeitguide rund um das Familienglück. Unser Ziel ist es, Eltern – ob werdende, frisch gebackene oder bereits erfahrene zu einem aktiven Lebensstil mit den Kindern oder der gesamten Familie zu inspirieren und die Planung und Buchung von Freizeitaktivitäten zu erleichtern. Kindaling bietet ein vielfältiges und kunterbuntes Angebot – von Schwangerschaftsyoga und Geburtsvorbereitung, Kindersport, Eltern-Kind-Gruppen, Kreativ-Kurse, Musikunterricht bis Feriencamps ist alles dabei.  Für mehr Infos schaut vorbei auf www.kindaling.de

 

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